Kinder- und Jugendsprechstunde in Heidelberg

Felix steht mit seinem neuen Handy vor dem Verkäufer. Dieses hat er von seiner Tante vor einer Woche zum Geburtstag bekommen. Nichts geht mehr, nicht einmal das Display leuchtet auf. Den Kaufvertrag hat er dabei. Felix möchte ein neues Handy haben, da er am Wochenende ein halbes Jahr in eine ausländische Schule geht. Der Verkäufer erklärt ihm, dass das unmöglich sei, das Handy eingeschickt werden müsse und er allenfalls ein einfaches zum Ersatz erhalten könne. Wäre Felix in der Kinder- und Jugendsprechstunde gewesen, so hätte er gewusst, dass er sich hierauf nicht einlassen muss. Hat die Sache einen Mangel, so hat der Käufer die Wahl: entweder die Beseitigung des Mangels oder die Lieferung einer neuen Sache verlangen.

Auch Sandra will Klarheit: In der Schule kam es zu wiederholten Diebstählen in der Klasse. Die Lehrerin weiß sich keinen anderen Rat, als die Klasse im Klassenzimmer einzusperren, um Druck auf diese auszuüben. Sandra fühlte sich zu Unrecht verdächtigt. Muss sie sich das gefallen lassen? Was kann sie tun?

Elena und Moritz sind „Trennungskinder“. Ihre Eltern streiten ständig über das Besuchsrecht am Wochenende. Elena ist schon 16 und hat überhaupt keine Lust mehr mit dem Vater, dessen neuer Freundin und ihrem kleinen Bruder am Wochenende in der 2-Zimmer-Wohnung zu sitzen. Sie will endlich Klarheit: „Muss ich immer am Wochenende zum Vater?“

Anders Christian (12): Er lebt bei der Mutter, die ihn ständig mit neuen Ideen für Sport und Freizeit plagt. Er würde lieber zum getrenntlebenden Vater umziehen, den er aber sehr selten sieht, aber unglaublich vermisst. Wie kann er es schaffen, dass man ihn anhört, wenn er nach Hamburg zum Vater umziehen will, oder soll er einfach abhauen, was passiert dann?

Lena hat weder Lust weiter zur Schule zu gehen, noch im Haushalt der Familie zu helfen. Sie will von der Schule und eine Lehre anfangen. Wer darf entscheiden?

Kinder haben Fragen, Kinder haben Sorgen und manche Sorgen und Probleme kann ihnen nur ein Rechtsanwalt nehmen. Unser Gedanke ist, die Kinder in ihrem Rechtsbewusstsein zu stärken. Und wenn unsere Kinder und Jugendliche ihre Rechte aber auch ihre Pflichten kennen, dann können sie Verantwortung übernehmen. Sie können von einem gesicherten Standpunkt aus diskutieren, aber sie müssen auch Grenzen akzeptieren. Hierzu wollen wir beitragen. Die (leider) etwas in Mode gekommene Argumentation: „Kinder erhaben meistens recht“ oder die altertümliche Aussage: „Was ich (als Erwachsener) sage, das gilt“, darf keinen Platz mehr haben.

Für Recht und Gerechtigkeit haben Kinder oft ein gutes Gespür. Wir verhelfen Ihnen zur Sicherheit.

Was kostet das? Dienstleistung kostet Geld. Auch das müssen Kinder und Jugendliche lernen.
Deshalb muss der Ratsuchende unter 10 Jahren 1 Euro,
und zwischen 11 und 18 Jahren muss er 3 Euro bezahlen.

Kinder- und Jugendsprechstunde:
Jeden 1. Donnerstag im Monat von 14:00 Uhr bis 16:30 Uhr, Adenauerplatz 6, Heidelberg
Wenn möglich: Bitte Voranmeldung unter Tel.: (0 62 23) 99 03 00 (Zentrale)